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Interview Messe FrauenSache

Von der Messe „FrauenSache“ hat spätestens seit Herbst letzten Jahres so ziemlich jede Frau aus und um Bamberg schon einmal gehört. Auch wir LANDmadla waren im Oktober in Hallstadt mit dabei. Doch wer organisiert das eigentlich alles? Wir haben die gelernte Bürokauffrau Adeline Gogosanu getroffen. Sie organisiert die Messe „FrauenSache“ nebenberuflich, aber voller Herzblut und Engagement. Doch es lief nicht direkt von Anfang an so rund.

Wie und wann bist du auf die Idee für die Frauenmesse gekommen?

Ich bin selbst im Vertrieb von Schmuck der Firma Luna Schmuckstücke aus Österreich tätig. Als ich 2018 damit anfing, wollte ich auf eine Messe gehen und die Marke bekannter machen. Es gab aber nur Hochzeitsmessen, Gesundheitsmessen oder Messen, die extrem teuer waren – das kam für mich nicht in Frage. Darum entstand die Idee, selbst eine Messe zu organisieren, die sich jeder Einzelunternehmer leisten kann.

In diesem Jahr hat sich die Frauenmesse verändert – wie kam es dazu?

Der Eintritt für die erste Messe im Juni 2018 war kostenlos. Wir dachten, wenn es nichts kostet, kommen mehr Gäste. Das war leider nicht der Fall. Etwas kostenlos anzubieten, hat bei vielen Verbrauchern den Beigeschmack, nichts wert zu sein. Es waren sehr wenige Interessierte da und es wurde extrem auffällig nach Proben gefragt. Die Ausstellung war nur nebensächlich. Darum kostet unsere Messe nun Eintritt – 7 Euro im Vorverkauf und 10 Euro an der Tageskasse. Wir wollen, dass die Frauen, die uns besuchen kommen, sich bewusst dazu entscheiden und Zeit mitbringen. Für den Eintrittspreis bekommen alle zahlende Gäste noch ein Tombola-Los. Jede Stunde können sie damit hochwertige Preise gewinnen.

Hat der Eintrittspreis einige Besucher eher abgeschreckt?

Wir hatten 2018 im Juni bei der ersten, kostenlosen Messe circa 300 Gäste in Hallstadt. Im November waren es in derselben Location mit Eintrittspreis 780 Gäste. Das zeigt mir, dass ich den richtigen Weg gewählt habe.

In diesem Jahr willst du das Konzept noch erweitern, auch an anderen Standorten soll die Frauenmesse stattfinden – wie kam es dazu?

Ganz einfach: Die Nachfrage der bisherigen Aussteller war da, es gehen viele davon auf alle Messen mit in diesem Jahr und da kam die Idee, das Konzept weiter auszubauen. Die Interessenten für jede einzelne Messe nehmen täglich zu und auch die Vermieter der Hallen, mit denen ich Gespräche führe, sind begeistert. Ein solches Konzept gibt es in unserer Region nicht und ich nutze die  Chance, diese Lücke zu füllen.

Welche Bereiche bei der Messe sind bei Frauen besonders beliebt?

Wir decken viele verschiedene Bereiche ab – Haushalt, Beauty & Kosmetik, Gesundheit, Fitness, Bekleidung, Accessoires und vieles mehr. Aber am beliebtesten ist immer noch der Bereich Beauty – egal ob Wimpern-Extension, Nageldesign oder Beauty Make-up.

Wie erklärst du dir das Phänomen Frauenmesse?

Es geht, wie überall, um Angebot und Nachfrage. Solange das gegeben ist, wird das Konzept einfach angenommen. Die Frauen sind die Konsumenten, das ist ja kein Geheimnis und warum nicht etwas auf die Beine stellen, dass die Wünsche der Frauen erfüllt. Bei anderen Frauenmessen südlich unserer Region sind Männer nicht willkommen. Wir machen das komplett anders. Erzählt mir bitte nicht, dass Männer freiwillig mit zu einer Frauenmesse gehen. Wenn es Eintritt kostet, schon gleich gar nicht. Männer sind bei uns willkommen und müssen als Begleitperson nicht mal Eintritt zahlen.

Worauf achtest du bei den Ausstellern?

Ich achte darauf, dass ich nicht nur Firmen annehme, die Direktvertrieb anbieten. Ich möchte auch in jeder Stadt authentische Firmen dabei haben, die es eben nur in dieser Stadt gibt. Sobald alle Anmeldungen da sind, schaue ich, ob es Aussteller gibt, die sich gegenseitig unterstützen können. Diesen schlage ich dann diverse Aktionen vor – egal ob ein Fotoshooting mit kostenlosem Styling oder eine Modenschau, die die Brillen und Accessoires des Nachbarn gleich mitbewirbt. Was mir persönlich sehr wichtig ist, ist ein guter Umgang untereinander. Darum lade ich auch circa vier Wochen vor jeder Messe zu einem Ausstellertreffen ein, bei dem man mich, mein Konzept und alle anderen Aussteller besser kennenlernen kann. Durch die Messen habe ich so tolle Personen kennengelernt und habe zu so vielen Menschen und Dienstleistern Kontakt, dass es mich unheimlich bereichert in meinem Wissen und sogar in meiner Persönlichkeit.

Von |2019-03-26T14:01:22+02:0015. März 2019|Allgemein|0 Kommentare

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